Strasburg, 11.08.2010.
Tierfabrik stoppen
Deutsche Wildtier Stiftung und Bürgerinitiative "Pro Landleben Brohmer Berge" fordern ein Raumordnungsverfahren
Im Landkreis Mecklenburg-Strelitz, nahe der Ortschaft Klein Daberkow wird zurzeit eine Hähnchenmastanlage mit 400.000 Mastplätzen geplant. Gegen die Anlage entwickelt sich ein immer stärkerer Widerstand der örtlichen Bevölkerung. "Unsere Bürgerinitiative hat mittlerweile rund 50 Mitglieder und weitere ca. 900 Unterschriften aus den umliegenden Dörfern gegen die geplante Tierfabrik gesammelt", so der Sprecher der Bürgerinitiative, der Rechtsanwalt Dr. Karsten Förster. "Die geplante Mastanlage bedroht Umwelt, Natur und Lebensqualität in der Region der Brohmer Berge", erklärt Hilmar Freiherr v. Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung den örtlichen Widerstand. Die Deutsche Wildtier Stiftung baut in der Nähe der geplanten Anlagen das Naturerlebnisprojekt "Wildtierland Gut Klepelshagen" auf und befürchtet einen Imageschaden für die ganze Region.
"Deshalb muss eine solche Mega-Tieranlage im Rahmen eines Raumordnungsverfahrens auf seine Auswirkungen auf den gesamten Raum geprüft werden", fordert die Bürgerinitiative und verweist auf ein ähnliches Projekt am Standort Klein Lukow (Müritzkreis). Dort hatte das Amt für Raumordnung im Frühjahr beschlossen, ein Raumordnungsverfahren für den Betrieb von drei Anlagen zu Intensivhaltung von Mastgeflügel einzuleiten. Für das Projekt Klein Daberkow wurde bisher von den Behörden kein Handlungsbedarf gesehen.
Nunmehr hat die Gemeinde Voigtsdorf als betroffene Gebietskörperschaft die förmliche Einleitung eines Raumordnungsverfahrens bei den zuständigen Behörden beantragt. In einem Raumordnungsverfahren werden die Auswirkungen einer Investition wie z.B. einer derartigen Mastanlage auf die vorhandene oder geplante Siedlungsentwicklung, den Tourismus und Verkehr sowie Umwelt, Natur und Landschaftsbild geprüft. Bisher war vorgesehen, das Genehmigungsverfahren allein auf Grundlage des Immissionsschutzes durchzuführen.
Am 11.08.2010 wird die Bürgermeisterin von Voigtsdorf, Frau Deutschmann, die gesammelten Unterschriften an den Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern, Herrn Erwin Sellering (SPD) in Neubrandenburg übergeben. "Wir hoffen, dass die Landesregierung erkennt, dass Massentierhaltung weder für die Landwirte noch für Mecklenburg-Vorpommern der richtige Weg in die Zukunft ist. Was wir brauchen sind naturverträgliche Landwirtschaft und artgerechte Tierhaltung", so die Bürgerinitiative.
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