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BUND-Broschüre zu Massentierhaltung, Klima und Ernährung sowie Hintergrundinfos zur Agrarpolitik auf www.bund.net/landwirtschaft

Reinhild Benning

Leiterin Agrarpolitik

BUND - Freunde der Erde
Friends of the Earth Germany

Am Köllnischen Park 1 D - 10179 Berlin

Tel.: 00 49 (0) 30 275 86 – 481

Fax: 00 49 (0) 30 275 86 - 440

Teilnahme bis spätestens 11. Juni 2010 auf http://ec.europa.eu/agriculture/cap-post-2013/debate/index_de.htm

Textbegrenzung je Antwort: 1000 Zeichen. Daher bitte nur die Antworten in die vorgesehenen Felder einfügen, ohne die Fragen mit zu kopieren.


Liebe Freundinnen und Freunde der Agrarreform,
die EU-Kommission lädt die Zivilgesellschaft ein zu einer breiten Konsultation zur Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (kurz: GAP). Bis zum 3. Juni 2010 sind Bürgerinnen und Bürger, Verbände, Organisationen und Netzwerke aufgefordert, vier Fragen zu beantworten und zur Kommission zu senden.

Der BUND hat eine Musterantwort entworfen (siehe unten), mit der eine tiefgreifende Agrarreform eingefordert wird. Unseren Vorstellungen zufolge, sollen Umwelt-, Tierschutz, lebendige ländliche Regionen und faire Handelsregeln künftig das Herz der EU-Landwirtschaftspolitik bilden. Die EU darf die Industrialisierung der Landwirtschaft mit Gentechnik, Massentierhaltung, Artenverlust, Überschüssen und Dumpingexporten nicht länger zulassen und nicht noch mit unseren Steuergeldern fördern.

Je mehr Menschen der EU-Kommission schreiben, desto stärker wird der Wille der Zivilgesellschaft in Brüssel wahrgenommen. Daher nehmen Sie sich/ nehmt Euch bitte einige Minuten, um den anliegenden Musterbrief oder Ihre/Eure eigenen Zeilen an EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos zu senden.

Dazu geht bitte auf die Internetseite der Kommission http://ec.europa.eu/agriculture/cap-post-2013/debate/index_de.htm . Dort können Sie sich/ könnt Ihr Euch eintragen und den Musterbrief oder Ihre/ Eure eigenen Antworten auf die Fragen der Kommission eingeben. Je Antwort ist die Zeichenzahl technisch auf maximal 1000 Zeichen begrenzt.

Zum ersten Mal in der Geschichte der EU wird das Europäische Parlament (EP) bei der Agrarreform 2013 mitentscheiden. Daher empfehlen wir sehr, den Brief an die Kommission auch an Ihre/ Eure Abgeordneten im EP aus Ihren/ Euren Bundesländern zu senden. Die Mailadressen der Abgeordneten können Sie/ könnt Ihr beim BUND erfragen unter agrarteam2@bund.net . Die Mailadressen der Abgeordneten senden wir Ihnen/ Euch dann binnen wenigen Tagen zu.

Bitte leitet diese Einladung mit Musterbrief gern weiter und helft mit, dass unsere Forderungen nach einer anderen, nachhaltigen Landwirtschaftspolitik verstärkt werden.

Mit besten Grüßen

Reinhild Benning

BUND-Broschüre zu Massentierhaltung, Klima und Ernährung sowie Hintergrundinfos zur Agrarpolitik auf www.bund.net/landwirtschaft

Reinhild Benning

Leiterin Agrarpolitik

BUND - Freunde der Erde
Friends of the Earth Germany

Am Köllnischen Park 1 D - 10179 Berlin

Tel.: 00 49 (0) 30 275 86 – 481

Fax: 00 49 (0) 30 275 86 - 440

Teilnahme bis spätestens1. Juni 2010 auf http://ec.europa.eu/agriculture/cap-post-2013/debate/index_de.htm

Textbegrenzung je Antwort: 1000 Zeichen. Daher bitte nur die Antworten in die vorgesehenen Felder einfügen, ohne die Fragen mit zu kopieren.

Konsultation der EU-Kommission zur Zukunft der EU-Agrarpolitik nach 2013

1. Warum brauchen wir eine Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP)?

Ø Über 40 % der Landoberfläche in Europa werden landwirtschaftlich genutzt. Nur, wenn diese Flächen nachhaltiger bewirtschaftet werden, erreichen wir notwendige EU-Umweltziele. Bereits beschlossen sind die Ziele, die Klimaemissionen in der Landwirtschaft bis 2020 um 10 % zu senken, den Verlust der Biodiversität zu stoppen und unsere Gewässer in einen guten Zustand zu bringen. Diese Ziele müssen daher zum Kern einer künftigen GAP werden.

Ø Das Europäische Agrarmodell einer nachhaltigen, multifunktionalen Landwirtschaft ist nicht zu Weltmarktpreisen zu haben. Multifunktionale Landwirtschaft soll gesunde Lebensmittel liefern, das Klima und fossile Ressourcen schonen, die Artenvielfalt sichern und die von ihr verursachten Gewässerbelastungen senken. Dabei sollen regionale und betriebliche Kreislaufwirtschaft, das Denken in Generationen und der Tierschutz leitend sein. Nur eine neue, eigene Gemeinsame Agrarpolitik kann diese gesellschaftlichen Güter sicherstellen, die der globale Markt nicht entlohnt.

2. Was erwarten Bürgerinnen und Bürger von der Landwirtschaft?

Bürger erwarten von der Landwirtschaft gesunde, nachhaltig erzeugte Lebensmittel. Sie wollen beim Lebensmittelkauf erkennen können, ob Produkte gesund sind (Ampelkennzeichnung), woher sie kommen und wie sie produziert wurden. Auch bei tierischen Lebensmitteln wollen Verbraucher erkennen, ob sie mit gentechnisch veränderten Futtermitteln hergestellt wurden und aus welcher Tierhaltungsform sie stammen. Sie wollen Wahlfreiheit für regionale, möglichst ökologische Lebensmittel.

Die Landwirtschaft soll den Klima-, Arten-, Tier- und Gewässerschutz berücksichtigen und Einkommen in ländlichen Regionen sichern.

Die Land- und Agrarwirtschaft muss einen positiven Beitrag zur Welternährung leisten. Unsere Fleisch- und Milcherzeugung (ebenso wie Agrosprit) darf nicht weiter Millionen von Hektar (z.B. für Sojaplantagen) in Ländern des Südens beanspruchen. Gleichzeitig müssen Überschüsse gesenkt werden, statt sie zu Dumpingpreisen auf Kosten der Steuerzahler und auf Kosten bäuerlicher Betriebe weltweit zu exportieren.
(www.bund.net/fileadmin/bundnet/pdfs/landwirtschaft/20090911_landwirtschaft_umfrage_milchpreise_forsa.pdf
www.bund.net/fileadmin/bundnet/pdfs/landwirtschaft/20090911_landwirtschaft_u mfrage_milchpreise_forsa.pdf).

3. Warum muss die Gemeinsame Agrarpolitik reformiert werden?

Die bisherige Agrarpolitik hat versagt. Klimaschutzziele (z.B. maßgebliche Ammoniakreduktion bis 2010) werden verfehlt. Der Verlust der Artenvielfalt ist nicht bis 2010 gebremst. Die EU-Ziele zum Schutz unseres Wassers vor Überdüngung werden nicht erreicht.

Die bisherige Ausrichtung der Agrarpolitik auf den Weltmarkt treibt die Industrialisierung der Landwirtschaft voran. Die Folgen: Umweltbelastung, Höfesterben und der Verlust von 3,7 Millionen Arbeitsplätzen in der EU-Landwirtschaft seit 2000. Hühner- und Schweineställe in industriellem Maßstab beeinträchtigen Bewohner ländlicher Regionen und andere Sektoren wie den Tourismus.

Die EU ist Weltmeister bei Agrarexporten, trägt damit aber zur Krise der Welternährung bei. Fast 80 % des Eiweißfutters für die Fleisch- und Milchproduktion der EU stammen von Futterplantagen in Ländern des Südens. Sie tragen zu Flächenkonkurrenz, Vertreibung und zur Zunahme des Hungers bei. Gleichzeitig werden EU- Überschüsse mit direkten und indirekten EU-Subventionen zu Dumpingpreisen exportiert und verdrängen u.a. in Entwicklungsländern Kleinbauern von lokalen Märkten
(vgl. www.weltagrarbericht.de ).

4. Welches Instrumentarium benötigen wir in Zukunft für die Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik?

Gesetzliche Standards anheben: Bisher lassen EU-Standards hohe Klimaemissionen aus intensiver Moornutzung, Grünlandumbruch und Überdüngung, Lebensmittelbelastung und Bienensterben durch Pestizide, Qualzucht und lange Tiertransporte, zu. Gentechnik ist erlaubt, obwohl die Mehrheit in der EU Agro-Gentechnik ablehnt.

Subventionen umverteilen: Künftig müssen Subventionsempfänger besondere Umwelt- und Tierschutzleistungen und positive Beiträge zur Entwicklung ländlicher Regionen nachweisen. Ökolandbau erfüllt mehrere dieser Anforderungen und ist besonders zu fördern. Je höher die gesellschaftliche Leistung eines Programms, desto höher soll der Förderanteil aus Brüssel sein. Direkte und indirekte Exportsubventionen wirken der Nachhaltigkeit entgegen und sind einzusparen, ebenso die Intervention.

Neue Marktregeln: Externe Kosten (z.B. Wasserbelastung mit Nitrat) müssen sich in Produktkosten (z.B. Düngemittel) widerspiegeln nach dem Prinzip: der Verursacher zahlt.

Kennzeichnung verbessern: Verbraucher müssen z.B. Fleisch aus industrieller Tierhaltung ebenso leicht erkennen können wie heute bereits das Ei aus Käfighaltung.

von Anett Seidel